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Promillerechner

Promille verstehen. Besser informiert entscheiden.

Ein Promillerechner hilft dabei, den Zusammenhang zwischen Getränken und Blutalkohol zu verstehen. Geben Sie die tatsächliche Menge, den Alkoholgehalt und die vergangene Zeit ein. Das Ergebnis ist eine rechnerische Annäherung mit Unsicherheit. Es zeigt weder Ihre persönliche Fahrtüchtigkeit noch einen verlässlich gemessenen Alkoholwert. Auch wer sich wach und konzentriert fühlt, kann noch beeinträchtigt sein.

Promille verstehen. Besser informiert entscheiden.

Promillerechner

Getränke

Berechnungsmethode

Die Blutalkoholkonzentration lässt sich aus der aufgenommenen Alkoholmenge, dem Körpergewicht und einer Annahme zur Verteilung im Körper grob schätzen. Aufnahme und Abbau unterscheiden sich jedoch von Mensch zu Mensch. Ein niedriger Schätzwert oder eine angezeigte Null ist deshalb keine Freigabe zum Fahren.

Auf einen Blick Wichtigste Fakten: Promille verstehen
  • Was Promille bedeutet: 1 Promille (1 ‰) entspricht 1 Gramm reinem Alkohol pro Kilogramm Körperflüssigkeit (bzw. 0,10 % BAC in den USA).
  • Die Widmark-Formel: Berechnet die theoretische Konzentration aus Alkoholmenge in Gramm, Körpergewicht und Verteilungsfaktor (0,68 Männer, 0,55 Frauen).
  • Konstanter Abbau: Die menschliche Leber baut durchschnittlich etwa 0,10 bis 0,15 Promille pro Stunde linear ab.
  • Wichtige Grenze: Ein mathematischer Schätzwert ist keine Messung und darf niemals als Begründung zum Autofahren verwendet werden.

So verwenden Sie den Promillerechner

Tragen Sie Ihr Gewicht ein und wählen Sie Kilogramm oder Pfund. Erfassen Sie anschließend jedes Getränk mit seiner tatsächlichen Menge und dem Alkoholgehalt auf dem Etikett. Ein großes Glas, eine Flasche und ein ausgeschenkter Cocktail sind keine austauschbaren Portionen. Wählen Sie bei abweichenden Getränken eigene Werte, statt eine ungefähre Standardportion zu übernehmen.

Die Zeitangabe bezieht sich auf den Trinkbeginn. Sie beschreibt nicht, wann der letzte Schluck vollständig aufgenommen wurde. Wenn Sie gerade erst getrunken haben, kann die Konzentration noch steigen. Prüfen Sie auch, ob mehrere gleiche Getränke über die Anzahl oder als einzelne Einträge erfasst wurden, damit nichts doppelt gezählt wird.

Vom Getränk zur Menge reinen Alkohols

Für die Alkoholmenge gilt näherungsweise: Milliliter Getränk × Alkoholanteil × 0,789 = Gramm Ethanol. Der Alkoholanteil wird als Dezimalzahl eingesetzt: 5 % vol entsprechen 0,05. Eine Flasche Bier mit 500 ml und 5 % vol enthält damit ungefähr 19,7 g reinen Alkohol. Eine kleinere Flasche mit 330 ml enthält bei gleichem Alkoholgehalt etwa 13,0 g.

Ein Glas Wein mit 150 ml und 12 % vol liefert rund 14,2 g; 45 ml einer Spirituose mit 40 % vol ebenfalls rund 14,2 g. Die gleiche Alkoholmenge bedeutet trotzdem nicht automatisch den gleichen Blutalkoholverlauf. Trinkgeschwindigkeit, Mahlzeiten und individuelle Unterschiede bleiben relevant. Bei Mischgetränken müssen sämtliche alkoholischen Zutaten berücksichtigt werden.

Wie die Widmark-Schätzung funktioniert

Die Widmark-Methode setzt die geschätzte Alkoholmenge ins Verhältnis zu Körpergewicht und einem Verteilungsfaktor. Alkohol verteilt sich überwiegend im Körperwasser. Ein kleinerer angenommener Faktor führt bei ansonsten gleichen Eingaben zu einem höheren rechnerischen Wert. Die Optionen 0,55 und 0,68 sind vereinfachte Modellannahmen; sie messen weder Ihren Körperwasseranteil noch Ihre persönliche Stoffwechselgeschwindigkeit.

Zusätzlich berücksichtigt das Modell einen zeitabhängigen Abbau. Dieser wird häufig als gleichmäßiger Vorgang dargestellt, obwohl eine reale Trinkepisode Aufnahme und Abbau gleichzeitig umfasst. Das Modell kennt beispielsweise Ihre letzte Mahlzeit, Medikamente, Körperzusammensetzung und Lebergesundheit nicht. Eine Spannweite macht die Unsicherheit sichtbar, ist aber kein medizinisch abgesichertes persönliches Vertrauensintervall.

Prozent, Promille und g/L richtig unterscheiden

Bei Blutalkohol entsprechen 0,08 % rechnerisch 0,8 ‰ beziehungsweise 0,8 g/L. Das Prozentzeichen und das Promillezeichen stehen also für unterschiedliche Maßstäbe. Ein Ergebnis darf nur mit einem anderen Wert verglichen werden, wenn dieselbe Messgröße und dieselbe Einheit gemeint sind. Schon ein übersehenes Dezimalkomma kann zu einer falschen Einschätzung führen.

Der Alkoholgehalt eines Getränks in % vol ist etwas anderes als die Blutalkoholkonzentration. Ein Bier mit 5 % vol bedeutet keinesfalls 5 % Alkohol im Blut. Atemalkohol wird wiederum häufig in einer anderen Einheit angegeben. Ein Atemmesswert lässt sich nicht ohne zusätzliche Annahmen als identischer Blutwert behandeln.

Warum sich Blutalkohol und Befinden unterscheiden

Ein voller Magen kann die Aufnahme verlangsamen, entfernt aber nicht den bereits getrunkenen Alkohol. Während der Aufnahme kann der Blutalkohol nach dem letzten Getränk weiter ansteigen. Deshalb ist die vergangene Zeit allein kein zuverlässiger Nachweis dafür, dass der Höchstwert schon überschritten wurde. Auch Körpergefühl und Gewöhnung liefern keine sichere Messung.

Kaffee kann wacher machen, beschleunigt den Alkoholabbau jedoch nicht verlässlich. Dasselbe gilt für kalte Duschen und Bewegung. Wasser kann gegen Durst helfen, ersetzt aber keine Zeit und keine notwendige medizinische Hilfe. Am nächsten Morgen können Restalkohol, Müdigkeit und ein Kater die Aufmerksamkeit weiterhin beeinträchtigen.

Eine Rückfahrt unabhängig vom Ergebnis planen

Verwenden Sie einen Promillerechner zum Verstehen der Zusammenhänge, nicht als Entscheidungshilfe für eine konkrete Fahrt. Organisieren Sie nach Alkoholkonsum eine nüchterne Begleitperson, öffentliche Verkehrsmittel, ein Taxi oder eine Übernachtungsmöglichkeit. Ein niedriger Rechenwert hebt die Risiken durch Müdigkeit, Medikamente oder verzögerte Alkoholaufnahme nicht auf.

Gesetzliche Regeln unterscheiden sich nach Land, Fahrergruppe und Situation. Informieren Sie sich über die zuständige amtliche Quelle, statt aus einem internationalen Zahlenvergleich eine persönliche Erlaubnis abzuleiten. Wenn eine Person kaum weckbar ist, unregelmäßig atmet oder nach Alkoholkonsum stark verwirrt wirkt, ist medizinische Hilfe wichtiger als jede Berechnung.

Über den Forscher hinter diesem Werkzeug

Alex Morgan entwickelt Bildungswerkzeuge zu Alkohol-Pharmakokinetik, Blutalkoholkonzentration (Promille) und Verkehrssicherheit. BAC/clarity entstand aus einer zentralen Beobachtung: Kaum jemand rechnet im Alltag in Gramm reinem Ethanol oder enzymatischem Abbautempo – man zählt Gläser und Stunden. Dieser Unterschied führt oft zu folgenschweren Fehleinschätzungen.

Alle Berechnungsmodelle auf dieser Website machen ihre Annahmen transparent und stützen sich auf Veröffentlichungen renommierter Institute wie BZgA, NIAAA und NHS. Lesen Sie mehr über Alex Morgans Forschungshintergrund und redaktionelle Grundsätze auf unserer Über-uns-Seite.

Quellen

Häufige Fragen

Ist ein Promillerechner so genau wie ein Alkoholtest?

Nein. Er verwendet Ihre Eingaben und vereinfachte Annahmen. Ein korrekt durchgeführter Atemalkoholtest oder eine Blutuntersuchung misst etwas, das dieses Modell nur schätzt. Auch eine Messung bestätigt nicht automatisch die Fahrtüchtigkeit.

Warum unterscheiden sich zwei Promillerechner?

Verteilungsfaktoren, angenommene Abbauraten, Zeitzählung und Portionsgrößen können verschieden sein. Vergleichen Sie die Annahmen und Einheiten, statt den niedrigeren Wert als den richtigen auszuwählen.

Kann ich bei einem Ergebnis von null wieder fahren?

Das lässt sich daraus nicht ableiten. Eine Modell-Null kann laufende Aufnahme oder ungenaue Eingaben übersehen. Planen Sie Ihre Fahrt unabhängig vom Rechner und fahren Sie nach Alkoholkonsum nicht selbst.

Sind Standardgetränke überall gleich?

Nein. Länder verwenden unterschiedliche Definitionen. Die Menge reinen Alkohols in Gramm ist deshalb die bessere gemeinsame Grundlage, bevor sie in örtliche Standardgetränke oder Einheiten umgerechnet wird.