- Grundformel: Promille (‰) = Reiner Alkohol in Gramm ÷ [Körpergewicht in kg × Verteilungsfaktor r] − [Abbau pro Stunde × Stunden].
- Verteilungsfaktor (r): Berücksichtigt den Körperwasseranteil: 0,68 bei Männern und 0,55 bei Frauen im Populationsdurchschnitt.
- Alkoholmenge berechnen: Volumen in ml × (Alkoholgehalt % ÷ 100) × 0,789 g/ml (Dichte von Ethanol).
- Modellgrenzen: Die Formel rechnet mit vereinfachten Durchschnitten; Magenfüllung, Enzymkapazität und Trinktempo verändern den echten Verlauf.
Schritt 1: Getränke in Gramm Alkohol umrechnen
Gramm Alkohol = Volumen (ml) × Vol.-% ÷ 100 × 0,789
Der Faktor 0,789 ist die Dichte von Ethanol: ein Milliliter wiegt 0,789 Gramm. Ein 0,5-l-Bier mit 5 % Vol ergibt 500 × 0,05 × 0,789 = rund 19,7 Gramm Alkohol.
Schritt 2: Körpergewicht und Verteilungsfaktor
BAC (‰) = Gramm ÷ (Körpergewicht in kg × r × 10)
Der Verteilungsfaktor r beschreibt, wie sich Alkohol im Körperwasser verteilt. Klassische Werte: 0,68 für höhere und 0,55 für niedrigere Körperwasseranteile. Für die Faustformel in Promille wird durch kg × r × 10 geteilt. Beispiel: 19,7 g ÷ (80 kg × 0,68 × 10) ≈ 0,36 ‰.
Schritt 3: die vergangene Zeit abziehen
BAC (‰) ≈ theoretischer Wert − 0,011 bis 0,017 ‰ × Stunden
Der Abbau läuft bei den meisten Menschen zwischen etwa 0,011 und 0,017 ‰ pro Stunde. Nach drei Stunden ohne weiteres Getränk zieht man also grob 0,03–0,05 ‰ ab – und landet beim geschätzten Wert, nicht beim Startwert.
Ein vollständig nachrechenbares Beispiel
Zwei Weizenbier (je 500 ml, 5 % Vol) bis 22 Uhr, 80 kg, r = 0,68: 39,4 g Alkohol → theoretisch rund 0,73 ‰. Acht Stunden Schlaf mit ~0,13 ‰/h Abbau: −1,0 ‰, also rechnerisch null am Morgen. Wäre der Wert 1,2 ‰ gewesen, blieben morgens trotz acht Stunden noch Restalkohol. So rechnet der Rechner – und so liest man seine Ergebnisse ein.
Unsicherheit, die die Spanne nicht abdeckt
Die displayed Spanne ändert nur die Abbaurate. Nicht enthalten: Resorption (der Wert steigt noch, wenn man rechnet), individuelle r-Werte, Getränkestärken aus Etiketten-Schätzungen, Getränke, die man vergisst einzutragen. Die tatsächliche Streuung echter Bluttests gegen Schätzformeln ist erheblich.
Mit der Schätzung verantwortungsvoll umgehen
Die Formel ist ein Erklärwerkzeug, kein Freibrief. Ein Ergebnis „0,4 ‰ gerechnet“ beantwortet nicht, ob man fahren kann – das kann nur eine Messung plus nüchterne Bewertung. Wer die Rechnung nutzt, um Grenzwerte „auszureizen“, hat die Botschaft der Formel missverstanden.